BIOS – Konzepte des Lebens in der zeitgenössischen Skulptur

26. August – 11. November 2012

Please scroll down for English version

 

Eröffnung: Sonntag, 26. August 2012, 11.30 Uhr

Kuratiert von Dr. Marc Wellmann. Die Ausstellung BIOS – KONZEPTE DES LEBENS IN DER ZEITGENÖSSISCHEN SKULPTUR versammelt internationale Künstler unter dem Aspekt ihrer Auseinandersetzung mit dem Lebendigen, insbesondere vor dem Hintergrund radikaler Umwälzungen in den modernen Lebenswissenschaften durch die fortschreitenden Entwicklungen der Gentechnologie und der Mikrobiologie.

Die Bildhauerei ist als künstlerische Gattung seit alters her eng mit Konzepten der Lebendigkeit verschränkt, wie es in einer ihrer Ursprungsmythen zum Ausdruck kommt. In Ovids Erzählung über den Bildhauer Pygmalion geht es um die göttliche Verwandlung einer von ihm selbst geschaffenen Elfenbeinstatue in eine lebendige Frau. Auf symbolischer Ebene verweist dieser Text auf die Beseelung der Materie durch den bildhauerischen Akt, der spätestens seit der Antike einen eigentümlichen Grenzbereich zwischen dem Künstlichen und dem Lebendigen markiert. Rohe Materie verwandelt sich in den Händen des Bildhauers zu einer Form, die den Rang des Lebendigen zwar nicht von vornherein beansprucht, aber durchaus in den Verdacht geraten kann, mit der göttlichen Schöpfung zu konkurrieren. Die Überschreitung dieser Grenze unter dem Einfluss wissenschaftlicher Hybris ist unter anderem durch Mary Shelleys Frankenstein-Roman Teil unseres kollektiven Gedächtnisses.

Das Verständnis vom Leben und der Formbarkeit des Lebendigen hat sich in den letzten zwanzig Jahren durch bahnbrechende neue Erkenntnisse in der Gentechnik und Mikrobiologie grundlegend verändert. Der Blick richtet sich in der Ausstellung auf das Organische und Pflanzliche als ein vom Menschen bereits vielfach deformiertes, wissenschaftlich durchdrungenes Feld, das seine Fremdheit und Autonomie durch den technischen Zugriff des Menschen auf die Natur bereits verloren hat, aber uns genau dadurch umso rätselhafter geworden ist.

Teilnehmende Künstler:
Brandon Ballengée (USA *1974)
Peter Buggenhout (Belgien *1963)
Lee Bul (Süd-Korea *1964)
Mark Dion (USA *1961)
Brad Downey (USA *1980)
Thomas Feuerstein (Österreich *1968)
Eli Gur Arie (Israel *1964)
Tue Greenfort (Dänemark *1973)
Patricia Piccinini (Australien *1965)
Donato Piccolo (Italien *1976)
Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger (Schweiz *1967, *1964)
Günter Weseler (Deutschland *1930)
David Zink Yi (Peru *1973)

KURATORENFÜHRUNGEN  29. September & 27. Oktober | 16.00 Uhr mit Dr. Marc Wellmann, Ausstellungsleiter des Georg-Kolbe-Museum

Zur Ausstellung erscheint im Wienand Verlag ein zweisprachiger (deutsch / englisch) Katalog mit Texten von Björn Brembs, Frank Fehrenbach, Jens Hauser und Marc Wellmann
120 Seiten, farbig, 24 x 22 cm, Hardcover
Verkaufspreis in der Ausstellung: 16,- Euro

Das Projekt wurde ermöglicht durch die:

 

Medienpartner:


PARTNER

Galeries Lafayette

Dinamix

 

PRESSESTIMMEN (Auswahl)

Tagesspiegel
“Mit dieser international besetzten, vielseitigen und spielerischen Schau feiert Kurator Marc Wellmann einen glänzenden Abschied nach vier Jahren in Kolbes einstigem Wohn- und Atelierhaus. Es ist das letzte große Projekt des 44-Jährigen, der angetreten war, ein jüngeres Publikum ins Haus zu locken. Das ist ihm mit Ausstellungen gelungen, die die Gattung Bildhauerei immer wieder bis an die Grenzen ausreizten” (Anna Pataczek, 16. September 2012)

tip-Berlin
“Der alte Topos: die Verschränkung von Bildhauerei und Leben wird hier auf höchst unterschiedliche Weise beleuchtet. Nach “Die Macht des Dinglichen” und “Romantische Maschinen” ist dieser dritte Teil von Wellmanns Ausstellungsreihe wieder eine anregende Erkundungstour auf den Spuren des Lebendigen in der vermeintlich ach so toten Kunst.” (Andrea Hilgenstock, 15. August 2012)

Kunstforum International Nr. 218
“Ein weiter Bogen spannt sich zwischen den ausgestellten Arbeiten, sowohl bezüglich Materialien, Formaten und Arbeitsprozessen, als auch Themen und Motiven.” (Michael Nungesser, Oktober 2012)

Kunst + Film
“So führt diese Ausstellung anhand einer kleinen, klug komponierten Auswahl vor, was Skulptur heute alles kann: Mit raffiniert bearbeiteten Werkstoffen gelingen Künstlern ebenso variantenreiche Neuschöpfungen wie Gentechnik-Tüftlern in Laboren der life sciences. Ohne zu dämonisieren, wird die gesamte Spannbreite des derzeit Mach- und künftig Denkbaren entfaltet. Womit Kurator Marc Wellmann das Georg Kolbe Museum, dessen Namensgeber noch lebensgroße Bronze-Akte schuf, eindeutig im 21. Jahrhundert positioniert.” (Ivo Nagelweihler, 26.10.2012)
You Tube Video

Berliner Morgenpost
“Eine konzentrierte feine Ausstellung mit herausfordernden Arbeiten zum Thema Leben in der heutigen Zeit” (Angela Hohmann, 28. 8. 2012)

Deutschlandfunk
“Die kleine, ausgeklügelte Berliner Schau liefert keine Antworten auf diese Frage – wie sollte sie auch, schließlich ist sie ja von Menschen gemacht. Aber die Frage selbst formuliert sie in immer neuen, durchaus bedrängenden und beängstigenden Variationen. Die gezeigten Arbeiten illustrieren erfreulicherweise nicht bloß Thesen – sie sind selbst welche.” (Carsten Probst, 1. 9. 2012)

Spiegel online
“Kunst-Highlight im August”

art online
“Die bewusste Formung des Lebendigen spielt im Zeitalter der Gentechnologie und Mikrobiologie eine entscheidende Rolle, die nicht nur kritisch von den Wissenschaften sondern auch von der Kunst befragt wird. Wie formen diese Entwicklungen unser Bild von Leben? Und inwieweit deformiert der Mensch organische und pflanzliche Strukturen? Die Ausstellung “Bios – Konzepte des Lebens in der zeitgenössischen Skulptur” versucht anhand zeitgenössischer Skulpturen diesen Fragen nachzugehen.”

Neues Deutschland
“Die Ausstellung liefert einen interessanten Beitrag, um die Bildhauerei wieder aus der Ecke der Installationskunst herauszuholen” (Tom Mustroph, 18. 9. 2012)

seite360.de
“Es hat sich wirklich, wirklich, wirklich gelohnt. Die Ausstellung hat in ihrer Gesamtheit einen großen Eindruck bei mir hinterlassen und bevor ich groß ins Fabulieren komme, schicke ich gleich vorweg: Leute, wenn ihr irgendwie die Möglichkeit dazu habt, geht dahin! Lohnt sich für jeden, der Interesse an aktueller Plastik, Anthropologie und wissenschaftlicher Kunst hat… aber auch für jeden, der mal wieder eine kleine, kulturell legitimierte Geisterbahnfahrt erleben möchte.” (Florian Bayer, 10. 9. 2012)

Blog der Freien Volksbühne
“Wann gibt es das schon mal: Eine Ausstellung, die irritiert und erfreut zugleich, die inspiriert, anregt und einen klüger wieder hinausgehen lässt? Es gibt sie, und zwar zurzeit im Georg-Kolbe-Museum. […] Diese Ausstellung ist unbedingt sehenswert. Sie ist nicht groß, aber die Werke sind so exzellent ausgewählt und präsentiert, dass sich schließlich ein wenn nicht vollständiges, aber doch rundes Bild dessen ergibt, was für tiefgreifende Konsequenzen die gewaltigen Veränderungen in unserem Umgang mit Natur (unserer eigenen wie der externen) haben werden – politisch, ethisch, psychologisch, praktisch.” (Henrik Adler, 10. 10. 2012)

Ärzteblatt
“Der besondere Tipp: Anhand von 13 zeitgenössischen Positionen der Bildhauerei und Installation untersucht die Schau die Auseinandersetzung   junger Künstler mit der Natur und dem Konzept des Lebendigen.”

Lo/Rez Magazine
“My preconceptions were torn apart by art” (Natalie, 6. 9. 2012)

kunstmarkt.com
“Unter der Überschrift ‘Bios’ verhandelt das Georg-Kolbe-Museum in Berlin seit Sonntag Konzepte des Lebens in der zeitgenössischen Skulptur. Dafür hat es hat es dreizehn … Künstler und Künstlergruppen eingeladen, die sich insbesondere vor dem Hintergrund radikaler Umwälzungen in den modernen Lebenswissenschaften durch die fortschreitenden Entwicklungen der Gentechnologie und der Mikrobiologie mit Formen des Daseins beschäftigen. Der Ausstellungskurator Marc Wellmann macht darauf aufmerksam, dass die Bildhauerei von ihren geistigen Ursprüngen her mit Ideen des Lebendigen und der Menschwerdung verbunden ist.” (Ulrich Raphael Firsching, 28.8.2012)

artdailly.org
“The exhibition Bios – Concepts of Life in Contemporary Sculpture brings international artists together in terms of their involvement with the living, in particular concerning the upheavals in modern life sciences by the progressive developments in microbiology and genetic engineering.”

slowtravelberlin.com
“It is often said that artists have their fingers on the pulse of society, making work that reflects the current times we live in. The BIOS exhibition does just that, pulling together 14 international sculptors to present a view into modern life sciences, in the process raising interesting questions about new developments relating to microbiology and genetic engineering” (Rebecca Loyche, 6.11.2012)

Stern
“Ungewöhnliche Schau”

rbb kulturradio
“Konzentrierte, intelligent angeordnete und höchst inspirierende Ausstellung” (Tomas Fitzel)

Deutschlandradio Kultur
Interview mit Marc Wellmann als podcast-mp3

 

 

 

BIOS – Concepts of Life in Contemporary Sculpture

Opening: August 26, 2012, 11.30 am (Sunday)

Curated by Dr. Marc Wellmann. The exhibition BIOS – CONCEPTS OF LIFE IN CONTEMPORARY SCULPTURE brings international artists together in terms of their involvement with the living, in particular concerning the upheavals in modern life sciences by the progressive developments in microbiology and genetic engineering.

As an artistic genre, sculpture is intertwined with concepts of vitality since time immemorial, as expressed in one of its origin myths. Ovid’s story of the sculptor Pygmalion tells the tale of the divine transformation of an ivory statue that he created into a living woman. At the symbolic level, this text refers to the summoning of matter through the sculptural act, marking a peculiar perimeter between the artificial and the living at least since antiquity. In the hands of the sculptor, raw material is transformed to a form that does not claim the place of the living from the outset, but does indeed raise the suspicion of wanting to compete with divine creation. The crossing of this line under the influence of scientific hubris became part of our collective memory, among others, with Mary Shelley’s novel Frankenstein

The understanding of life and the plasticity of the living has fundamentally changed in the last twenty years, due to the ground-breaking discoveries in genetic engineering and microbiology.  In the exhibition, the view is directed at plants and the organic as a field already deformed and scientifically permeated by mankind, which has lost its strangeness and autonomy, but has become all the more puzzling in the process.

Participating artists:
Brandon Ballengée (USA *1974)
Peter Buggenhout (Belgium *1963)
Lee Bul (South Korea *1964)
Mark Dion (USA *1961)
Brad Downey (USA *1980)
Thomas Feuerstein (Austria *1968)
Eli Gur Arie (Israel *1964)
Tue Greenfort (Denmark *1973)
Patricia Piccinini (Australia *1965)
Donato Piccolo (Italy *1976)
Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger (Switzerland *1967, *1964)
Günter Weseler (Germany *1930)
David Zink Yi (Peru *1973)

 

PUBLIC TOURS Every Sunday at 2 p.m.

CURATOR TOURS 29. September & 27. Oktober  4 p.m. with Dr. Marc Wellmann, Director of exhibtions, Georg Kolbe Museum

 

On occasion of the exhibition a bilingual (German / English) catalogue is published by Wienand Verlag with texts by Björn Brembs, Frank Fehrenbach, Jens Hauser and Marc Wellmann
120 pages, 24 x 22 cm, Hardcover
Price at the museum: 16,- Euro

The project is made possible by:

 

 


Mit freundlicher Unterstützung / With friendly support:

 

 

Belgische Botschaft, Flämische Repräsentanz
Schweizerische Botschaft Berlin

und