Zauber des Aktmodells

18. November 2012 – 7. April 2013

Eröffnung:
Sonntag, 18. November, 11.30 Uhr

Kuratiert von Dr. Ursel Berger.

Künstler wie Georg Kolbe und seine Bildhauerkollegen stellten überwiegend nackte Menschen dar. Die Modelle, die sie zu diesen Kunstwerken anregten, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Der an sich schon geheimnisvolle Akt des künstlerischen Schaffens war für Außenstehende nochmals anregender, wenn man wusste, dass es dabei um die Auseinandersetzung mit einem nackten Menschen geht. Fotografische Dokumente aus diesem Zusammenhang, die durchaus rar sind, werden präsentiert; hinzu kommen schriftliche Zeugnisse, in denen Modelle von ihrer Tätigkeit berichten. An exemplarischen Kunstwerken, Plastiken und Zeichnungen, bei denen die individuellen Vorbilder bekannt sind, wird die Auseinandersetzung mit dem Modell thematisiert. Die Ausstellung geht vom Bestand des Georg-Kolbe-Museums aus, dazu kommen ausgewählte Leihgaben.

Speziell zum Thema werden Aktzeichenkurse angeboten.

 

Sektionen der Ausstellung:

1
Weibliche Modelle werden natürlich höher taxiert.
„Akademien“ – Käufliche Fotos als Ersatz lebendiger Aktmodelle (Text als pdf)

2
Die Teilnahme ist jedem Künstler und jeder Künstlerin gestattet.
Studien-Ateliers für Malerei und Plastik in Berlin-Charlottenburg (Text als pdf)

3
Ein Modell für einen allein wurde zu teuer.
Aktstudien in Künstlerateliers, fotografiert von Heinrich Zille (Text als pdf)

4
Und so wuchsen wir als Bildhauer-Zwillinge nebeneinander auf.
Richard Scheibe und Gerhard Marcks stehen einander Modell (Text als pdf)

5
Ick binnen ser schön, aber ser swer zu malen.
Der schwarze Akrobat Sam inspiriert Ernst Ludwig Kirchner, Gerhard Marcks und Richard Scheibe (Text als pdf)

6
… und dennoch kauerte ich vierzehn Tage lang zwei Stunden …
Zeugnisse von Modellen Georg Kolbes (Text als pdf)

7
Modell stehen ist sehr schwer. Jede Haltung strengt an.
Maria Blumenthal berichtet aus dem Atelier Hermann Blumenthals (Text als pdf)

8
… und stand fast den ganzen Tag auf dem Modelltisch …
Die Loheland-Tänzerin Imme Heiner als Modell Emy Roeders (Text als pdf)

9
Drei Modellstunden DM sechs …
Richard Scheibe, Renée Sintenis, Waldemar Grzimek und das Modell Eberhard Wallor (Text als pdf)

10
Maillol einen kleinen Radfahrer und Jockey zugeschickt …
Graf Kessler fotografiert, wie die Figur des Radfahrers entsteht (Text als pdf)

11
Die beiden Bildhauer hatten sich ein Modell genommen.
Manfred Sieler, Joachim Dunkel und Dietmar Lemcke zeichnen nach Modell 1958 in der Villa Massimo (Text als pdf)

12
… habe eine Italienerin, die sehr schön und dumm ist.
Jakob Wilhelm Fehrle und seine Modelle in Rom und Paris (Text als pdf)

13
…nach einem Modell, in das man ein wenig verliebt ist…
Karl Geiser und die Begegnung mit dem Modell (Text als pdf)

PRESSESTIMMEN (Auswahl)

Tagesspiegel
“Lange galt die Vorstellung als Tabu, dass den Skulpturen der Bildhauer Menschen aus Fleisch und Blut als Vorbild dienten. Nackte dazu. Das Publikum vermutete Anrüchiges in der Begegnung zwischen Künstler und Modell, nicht immer ganz zu Unrecht, wie die amüsante Ausstellung “Zauber des Aktmodells” im Berliner Georg-Kolbe-Museum beweist.” (Simone Reber, 15. November 2012)

Berliner Morgenpost
“Halt! Bleiben Sie so! Im Georg-Kolbe-Museum geht es um den “Zauber des Aktmodells”. Es ist ein besonderer Blick ins Atelier. Es gab Zeiten, da kam der Mensch ohne Foto aus, weitgehend. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es noch keineswegs üblich, dass jeder fototgrafierte, auch nicht bei den Künstlern. Um so erstaunlicher sind die alten Fotos von Aktmodellen, die Direktorin Ursel Berger im Georg-Kolbe-Museum für ihre letzte Ausstellung zusammengetragen hat.” (Andrea Hilgenstock, 6. Dezember 2012)

Märkische Oderzeitung
“Es sind Orte, die der Phantasie freien Lauf lassen, allein schon deshalb, weil hinter geschlossenen Türen Hüllen fallen, der nackte Körper in Szene gesetzt wird. Der Bildhauer ist der Akteur, das Modell seine Inspiration. Das ist das künstlerische Umfeld, auf dem sich die Ausstellung “Zauber des Aktmodells” im Georg Kolbe Museum bewegt.” (Albert Jaritz, 30. November 2012)