Ausstellung
Atelier Georg Kolbe – Werkstatt und Wohnung
Eröffnung: Sonntag, 22. November 2009, 11:30 Uhr
22. November 2009 – 17. Januar 2010
Öffentliche Führungen, jeden Sonntag 14 Uhr
Kuratorenführung durch die Ausstellung am 9. Dezember 2009 um 16 Uhr
Anlässlich des Todestages von Georg Kolbe am 20. November 2009 Führung mit Frau Dr. Ursel Berger durch Wohnung, Atelier und Garten sowie einen Abstecher zum Friedhof Heerstraße. Beginn 15 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden.
Das 60jährige Jubiläum der Gründung der Georg-Kolbe-Stiftung (1949) und der Eröffnung des Museums (1950) wird mit einer Rückbesinnung auf den Ausgangspunkt dieser beiden Institutionen begangen.
Testamentarisch hatte Georg Kolbe (1877-1947) einer zu gründenden Stiftung sein Atelierhaus als „Archiv und Sammelort“ seines Werkes vermacht. Bis Ende der 1960er Jahre blieb der Zustand des Atelierhauses unverändert, danach wurde Kolbes Atelierhaus von 1928/29 als Ausstellungshaus genutzt, um das Werk Kolbes, zunehmend aber auch andere bildhauerische Entwicklungen zu präsentieren.
Die neue Ausstellung besteht nicht in einer Rekonstruktion des Ateliers zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern verweist an ausgesuchten Objekten auf die Arbeitsweise des Künstlers. So werden z.B. unvollendete Arbeiten oder Torsi, die aus Ganzfiguren herausgeschnitten wurden, präsentiert. Ergänzt werden die Plastiken durch Arbeitsgeräte, die Kolbe benutzte. Eine Serie von Atelieraufnahmen sowie Fotografien, die Kolbe bei der Arbeit zeigen, geben ein eindrucksvolles Bild von der Arbeit des Künstlers in seinem Atelier. Als Verbindung zur gleichzeitigen didaktischen Ausstellung zum Bronzeguss, gibt es Hinweise zur Umsetzung der Gipsmodelle Kolbes in Bronze, vor allem eine historische Fotoserie aus den 1950er Jahren.
Während das große Atelier die Arbeitsstätte von Kolbe vorstellt, wird im ersten Raum, dem sogenannten „Wohnatelier“, auf das Lebensumfeld des Künstlers verwiesen. In Porträts wird die Familie vorgestellt: Zu sehen sind Bildnisse der Gattin, der Tochter, der Enkel und ein Selbstporträt. Außerdem werden wichtige Werke aus Kolbes Sammlung gezeigt: Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff, ein Pastell von Max Liebermann, Zeichnungen von Auguste Rodin, Aristide Maillol, Gerhard Marcks und Max Pechstein. Einige dieser Werke hatte Kolbe selbst erworben (das Kirchner-Bild, die Rodin-Zeichnungen), andere waren Tausch-Objekte (das Liebermann-Pastell, die Marcks-Zeichnung) oder Geschenke von Freunden (vor allem die Werke Schmidt-Rottluffs).
PRESSESTIMMEN
SPIEGEL online
“Wilde Welten in der Einsiedler-Klause... Wollen Sie mal einen echten Berlin-Geheimtipp? Dann gehen Sie in das Georg-Kolbe-Haus in Berlin. Das ehemalige Atelier und Wohnhaus des Bildhauers ist nicht nur als Museum interessant, sondern auch eine architektonische Perle. ” (Ingeborg Wiensowski)
spiegel online, 5.1.2010
Tagesspiegel
“Masken und Modelle. Ob skulpturale Mutanten von Nadine Rennert, zeitgenössische Tierperspektiven oder Romantische Maschinen: Junge Bildhauer und Installationskünstler haben 2009 im Ausstellungsfokus des Kolbe-Museums gestanden. So soll es auch sein, weil sich der 1947 verstorbene Kolbe die Förderung neuer Talente ausdrücklich gewünscht hatte. Jetzt, zum 60. Jubiläum des Hauses, steht der Hausherr wieder selbst auf dem Programm - mit der Ausstellung Atelier Georg Kolbe, Werkstatt und Wohnung und zwei ergänzenden Ausstellungen.” (Jens Hinrichsen)
Tagesspiegel, 24.12.2009
Morgenpost
“Besuch bei der lustigen Nackten in Georg Kolbes Museumsgarten... In einer Zeit, in der die Geschichte übergenug an Destruktion und Chaos hervorbrachte, hat Kolbe eigensinnig am idealen Menschenbild festgehalten. Seine Figuren scheinen zu sagen, dass sie die Zeit nichts angeht. Macht dies die besondere Stimmung in diesem Raum? Die Besucher sprechen alle mit gesenkten Stimmen, als befänden sie sich in einem sakralen Ort... Den Humor liefert draußen im Garten der Schnee. ... Und dort hinten steht eine Bronze-Nackte, auf den Schultern eine weiße Pelzstola aus Schnee, und auch auf dem Kopf eine Pillbox, wie sie einst Jackie Kennedy trug. ” (Christoph Stölzl)
Morgenpost, 4.1.2010
Tagesspiegel
“Künstler-Oase. Die Zeit scheint still zu stehen im einstigen Atelier von Georg Kolbe, das heute als Museum dient. ... Es ist ein Glück, dass Georg Kolbe, bevor er 1947 starb, testamentarisch gesichert hat, dass seine Wirkungsstätte erhalten bleibt. Wenig später wurde eine nach ihm benannte Stiftung gegründet und 1950 das Museum in den Arbeits- und Wohnräumen des Bildhauers eröffnet. ... Ziel des Museums ist es, Georg Kolbes Werk zu bewahren. Aber wie wird man dem gerecht? Es geht nicht nur um die Begeisterung für seine Arbeiten, sondern auch um deren Veflechtung mit der künstlerischen Entwicklung vor und nach seiner Schaffenszeit.” (Christoph Stollowsky)
Tagesspiegel, 17.12.2009
tip
“Im ehemaligen Atelier lässt sich an Modellen die Arbeitsweise des Bildhauers verfolgen; ergänzt von einer kleinen Infoschau zum Thema Bronzeguss. Den Einblick in Kolbes Werkstatt setzen die Aufnahmen aus Museums-Depots und Künstlerateliers, die Manfred Hamm in beinahe 40 Jahren in Berlin mit seiner Plattenkamera gesammelt hat, fort. ... Dabei zeigen die Ausstellungen eine unerwartete Kontinuität zwischen den Atelieraufnahmen Kolbes und der achtziger-Jahre-Kunstszene Westberlins: Die Inszenierungsweisen des Schöpferischen ähnlen sich erstaunlich.” (Katrin Bettina-Müller)
tip Berlin, 17. 12. 2009
Märkische Oderzeitung
“Mag die harte Kubatur der Baukörper auch ans Bauhaus erinnern. Kolbe selbst nannte das Atelierhaus, welches er sich 1928/29 durch den Architekten Ernst Rentsch im Berliner Westend errichten ließ, nur seine ‘Burg’. ... Exakt 80 Jahre ist das nun her. Bis zu seinem Tod im Jahr 1947 wohnt Georg Kolbe in der Sensburger Allee 25/26. In seinem Testament verfügt er, das Atelierhaus solle danach in den Besitz einer Stiftung übergehen, die 1949 dann auch gegründet wird. Gleich zwei Jubiläen stehen im Jahr 2009 also an. Anlass genug für das Georg Kolbe Museum, mit einer Ausstellung das Atelier des bedeutendsten deutschen Bildhauers des beginnenden 20. Jahrhunderts zu rekonstruieren.” (Welf Grombacher)
Märkische Oderzeitung, 10. 12. 2009
Märkische Allgemeine
"Im Hauptraum des großen Bildhauerateliers wird der Versuch unternommen, mit Hilfe von historischen Fotografien eine Ateliersituation wie in Kolbes Zeiten zu rekonstruieren. Gipsmodelle der „Jungen Frau“ von 1926 stehen neben der sinnlichen „Niedersinkenden“ von 1927. Ein bewegliches Gerüst ist zu sehen, mit dem der Bildhauer seine Tonmodelle fixierte. Auf Tafeln werden Sandguss- sowie Wachsausschmelzverfahren kurz, aber anschaulich erläutert. Dass zeitgleich in einer zweiten Ausstellung im Haus der Berliner Fotograf Manfred Hamm heutige Künstlerateliers dokumentiert, spannt den Bogen auf wunderbare Weise in die Gegenwart.”
Märkische Allgemeine, 8. 12. 2009

