Ausstellung
17. Februar – 12. Mai 2008
„Glamour! Das Girl wird feine Dame – Frauendarstellungen in der späten Weimarer Republik“
Die schillernde, elegante Mode und die Film- und Modefotografie der Jahre um 1930 gelten bis heute als Sinnbild des „Glamours“. Mondäne Filmdiven, Mannequins von unnahbarer Ausstrahlung, vornehme Frauen in der Großstadt – die „Dame“ löste in den späten Zwanziger Jahren das „Girl“ als gängigsten Frauentypus der Zeit ab. Viele Frauen orientierten sich an dem, was ihnen in Modezeitschriften und auf Kinoleinwänden begegnete und mit dem femininen Stil, den sie dort sahen, veränderte sich auch ihr eigenes Aussehen: Es entstand eine neue Mode.
Ab 1928 setzte sich der Typ der „Dame“ immer mehr durch. In diesem Jahr wurde der „Georg-Schicht-Preis“ der Kosmetikfirma Elida AG für „Das schönste deutsche Frauenporträt“ ausgeschrieben und durch diesen Malerwettbewerb lässt sich exemplarisch der Wandel der Frau auch im Bereich der Kunst veranschaulichen. Der „Georg-Schicht-Preis“ ist der Einstieg in die Ausstellung, die dann mit den weiteren Themen „Film“, „Mode“, „Sport“ und „Gesellschaft“ das veränderte Frauenbild in der späten Weimarer Republik untersuchen will. Die zentrale Frage ist hierbei, wie sich diese Veränderung in Kunst, Mode und Film niederschlug und in welchem Kontext sie zu sehen ist.
Gemälde, Skulpturen, Kleider, Fotografien und Zeichnungen sollen dabei den Zeitstil zwischen 1928 und 1933 anschaulich machen.
Die Ausstellung zeigt unter anderem Werke von Willi Baumeister, Ernesto de Fiori, Lieselotte Friedlaender, George Hoyningen-Huene, Lotte Jacobi, Willy Jaeckel, Leo von König, Lotte Laserstein, Tamara de Lempicka, Jeanne Mammen, Nikolaus Sagrekow, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Constantin Starck, Milly Steger und Yva.
Kuratorin der Ausstellung: Dr. Verena Dollenmaier.
Pressekontakt:
Achim Klapp, Tel. 030 – 25 79 70 16, info@achimklapp.de.
Gerne schicken wir Ihnen Bilder zur honorarfreien Verwendung zu.
Pressestimmen (Auswahl):
Aus dem emanzipierten sportlichen "Girl" wird die glamouröse und elegante "feine Dame", diesen Wandel des Frauenbildes dokumentieren Gemälde, Fotografien und Zeichnungen im Berliner Georg-Kolbe-Museum (3sat kulturzeit)
In den letzten Jahren der Weimarer Republik waren Frauen unerhört weltläufig und elegant – diesem Stil huldigt das Georg-Kolbe-Museum nun mit einer umfassenden Schau (art-magzine.de)
Eine verführerische Ausstellung (Berliner Morgenpost)
Wahrhaft verführerisch ist nicht der Luxus der neuen Kleider, sondern die sinnliche Präsenz einer veränderten Körperwahrnehmung. (Berliner Zeitung)
Wenige Jahre vor dem völkischen Wahn wurde ein Frauenbild geschaffen, das sich global verstand und wie bei den Futuristen in Italien nichts mit traditionellen Rollenverständnissen zu tun haben wollte. (Deutschlandfunk)
Elegant, vornehm, unnahbar, manchmal sogar cool wirken die während der Weimarer Republik porträtierten Frauen auf den Gemälden, die das Georg-Kolbe-Museum zeigt (DeutschlandRadio)
Mit Darstellungen in der Malerei, Skulptur, Fotografie, Filmausschnitten und mit Kleidern und Accessoires beleuchtet "Glamour!" den Typus eines Frauenbildes in der späten Weimarer Republik, der noch heute auf die Massen faszinierend wirkt (Financial Times Deutschland)
Tamara de Lempicka gelang es am besten, den gestählten weiblichen Körper mit einem Schuss Dekadenz zum Schillern zu bringen. Jahrzehntelang war die Polin, die sich selbst in der Pariser Bohème als Femme Fatale inszenierte, vergessen. Heute zählt nicht nur Wolfgang Joop zu ihren Fans, und für ihre kühlen Frauenporträts werden wieder Höchstpreise gezahlt. Nicht zuletzt wegen ihrer Gemälde lohnt sich die Berliner Ausstellung. (Frankfurter Rundschau)
Eine abwechslungsreiche Ausstellung (rbb stilbruch)
Sehenswert (stern)
Es kann kein Zufall sein, dass die Mode, das Frauenbild der späten Zwanziger und frühen Dreißiger wieder interessiert. Das Kino erlebt die Renaissance eines bestimmten femininen Typus, das Museum liefert den kulturellen Unterbau dazu. Neben diesem Punktgewinn in Aktualität erwirbt sich Verena Dollenmeiers Ausstellung auch ein wissenschaftliches Verdienst: Sie widmet sich einem Thema, das in der Kunstgeschichte bislang kaum Beachtung fand. (Tagesspiegel)
Ein schwelgerischer Blick auf den Glamour (taz)
Der Verdienst der Ausstellung ist es, über den Tellerrand des Luxus und der Moden hinauszuschauen (tip)
Wir freuen uns, die Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin, die Deutsche Kinemathek mit der Marlene Dietrich Collection sowie das Modemuseum Schloss Meyenburg als Partner gewonnen zu haben.
Die Ausstellung wird vom Freundeskreis Georg-Kolbe-Museum e.V. unterstützt.
Im E. A. Seemann Verlag erscheint begleitend zur Ausstellung ein umfangreiches Katalogbuch mit Beiträgen u.a. von Werner Sudendorf, Birgit Haase, Susanne Meyer-Büser und Wolfgang Joop.
(136 Seiten, 16 farbige und 121 s/w Abb., 19,90 Euro).
Begleitprogramm zur Ausstellung:
20. 3. 2008, 19 Uhr
Die bekannteste-unbekannteste deutsche Bildhauerin. Renée Sintenis zum 120. Geburtstag. Vortrag von Ursel Berger (Museumseintritt).
30. 3. 2008, 12 Uhr
Alraune, Femme fatale und Sphinx – Brigitte Helm zum 100. Geburtstag. Vortrag von Werner Sudendorf und Buchvorstellung „David Semler: Brigitte Helm. Der Vamp des deutschen Films, München 2008“.
(Museumseintritt).
Um 19.30 Uhr zeigt die Deutsche Kinemathek im Kino Arsenal den Film „Abwege“ mit Brigitte Helm (Filmhaus am Potsdamer Platz).
13. 4. 2008, 17.30 Uhr
Marlene Dietrich: Vom Kurfürstendamm-Girl zum Hollywood-Star. Eine Vorzeigekarriere. Literarische Teezeit mit Claudia v. Gélieu
(10,- Euro).
18. 4. 2008, 18 Uhr
Die erste Biografie über Vicki Baum! Nicole Nottelmann liest aus ihrem Buch „Die Karriere der Vicki Baum“.
(10,- Euro)
20. 4. 2008, 17.30 Uhr
Veronika, der Lenz ist da! Lieder der Zwanziger Jahre mit der Berliner Hymnentafel
(10,- Euro).
25. 4. 2008, 18 Uhr
"Das ist Berlin, eine Stadt und ihre Stars" – die Autorin Birgit Wetzig-Zalkind liest mit Julia Nogli (Radio Paradiso) glamouröse und weniger glamouröse Geschichten von u.a. Marlene Dietrich und Lilian Harvey.
(10,- Euro)
12. 5. 2008, 17.30 Uhr
Songs und Chansons der Zwanziger und Dreißiger Jahre mit Klavierbegleitung
(10,- Euro).
Partner der Ausstellung:








