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Georg-Kolbe-Museum e.V
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Georg Kolbe und der Tanz
Der schreitende, springende, wirbelnde Mensch
23. 2. - 27. 4. 2003
”Als sehr begeisterten Anhänger der Tanzkunst, des tanzenden
Körpers”, hat sich Georg Kolbe selbst bezeichnet. Tänzer
waren seine Idealmodelle. Der Künstler besuchte häufig Tanzaufführungen
und zeichnete die Darsteller auf der Bühne. Er erreichte aber auch
immer wieder, dass Tänzer ihn in seinem Atelier besuchten und für
ihn posierten. Das ideale Medium für Tanzdarstellungen war die Zeichnung.
Die Ausstellung präsentiert eine virtuose Folge von Bewegungsstudien,
in denen die individuelle Tanzkunst der Modelle in unterschiedlichen Techniken
eingefangen wurde. Plastiken konnten wegen der langsamen Entstehungsbedingungen
nicht im Moment des Tanzes geschaffen werden. Kolbe entwickelte sie aus
seinen Zeichnungen; einige Tänzer posierten für ihn auch als
Aktmodelle.
Die Ausstellung dokumentiert die Begegnungen des Künstlers mit zehn
verschiedenen Tänzern.
Die Deutsch-Japanerin Taka-Taka war 1911 das Modell für die berühmte
Figur ‘Japanerin’. Die Stars der ‘Ballets Russes’,
Waslaw Nijinsky und Tamara Karsawina, besuchten Kolbe 1912 im Atelier.
Faszinierende Bleistiftskizzen, Pinselzeichnungen und Skulpturen dokumentieren
diese für den Künstler wichtigste Begegnung. Virtuos ist die
Plastik einer javanischen Tänzerin, die Kolbe 1920 in Berlin gesehen
haben muss. Die ‘sakralen’ Tänze der Charlotte Bara haben
ihn 1921-23 stark geprägt und zu zahlreichen Aquarellen und Plastiken
angeregt. In einigen um 1923 entstandenen Zeichnungen spiegeln sich die
leidenschaftlichen Tänze der Vera Skoronel wider. Von der stupenden
Bewegungskunst der Palucca machte Kolbe 1926 hinreißende Skizzen.
Palucca und Edith von Schrenck (1928) stellte er auch im Porträt
dar. Eva Rechlin (Grossmann), Mitglied der kommunistischen Tanztruppe
‘Die roten Tänzer’, war um 1930 Kolbes Modell für
extrem bewegte Figuren. Der berühmte Tänzer Ted Shawn, ein Begründer
des modernen amerikanischen Tanzes, posierte 1930/31 für zahlreiche
Zeichnungen und einige Figuren.
Das Zusammentreffen des Künstlers mit den unterschiedlichen Tänzermodellen
wird außer durch Kunstwerke - Zeichnungen und Plastiken - durch
fotografische und schriftliche Zeugnisse dokumentiert. Die Ausstellung
und der Katalog bieten auf der Grundlage dieser charakteristischen Beispiele
gleichsam einen Überblick über die bedeutsame Entwicklung des
modernen Tanzes. Gleichzeitig wird ein besonders attraktiver und wichtiger
Ausschnitt aus dem Schaffen Georg Kolbes vorgestellt.
Tänzerische Motive kommen im Werk Kolbes auch außerhalb seiner
Begegnungen mit Tänzermodellen vor. Zusätzlich zur Ausstellung
präsentiert das Museum einige dieser Werke aus seiner Sammlung. Als
wichtigstes Exponat wird in diesem Zusammenhang die ‘Amazone’
gezeigt (die nächste Verwandte von Kolbes ‘Tänzerin’
in der Alten Nationalgalerie), ein seit Jahrzehnten verschollenes Bronze-Unikat,
das dem Museum als Dauerleihgabe übergeben wurde.
Pressevorbesichtigung: Freitag, 21. Februar 2003, 11 Uhr
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