Ausstellung

 

Die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum

Im Untergeschoss des Museumsneubaus befindet sich ein ungewöhnlich proportionierter Raum mit einer Grundfläche von etwa acht Quadratmetern und einer lichten Höhe von über vier Metern. Er wird von einer Plexiglashaube abgeschlossen, die der Lüftung im Brandfall dient. Von den Architekten des Gebäudes wurde er wegen seiner Höhe und der kuppelartigen Decke „Moschee“ getauft. Ursprünglich war er als Abstellraum konzipiert, gesichert mit einer verschließbaren Stahltür. Seit der Eröffnung des Neubaus stellte dieser Raum eine stete Herausforderung für die Ausstellungsgestaltung im Untergeschoss dar. Ohne direkten Bezug zu dem Hauptsaal blieb er in den meisten Fällen ein kommentarbedürftiger Appendix. Die starke Autonomie dieses kleinen Raumes ermöglicht eine separate Bespielung. Hier wurde im Januar 2009 ein neues Ausstellungssegment unter dem Titel „Die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum“ eröffnet.

„Die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum“ ist ein Projektraum für zeitgenössische Bildhauer. Parallel zu den laufenden Ausstellungen im Rest des Hauses werden dort aktuelle bildhauerische Positionen gezeigt, um den Skulpturbegriff in seine Vielfalt und Aktualität zu behandeln. Tradition und Gegenwart befinden dadurch sich im Georg-Kolbe-Museum in unmittelbarer Nachbarschaft. Auf dem Dialog und der Verschränkung beider Bereiche spiegelt die Neuausrichtung des aktuellen Ausstellungsprogramms des Georg-Kolbe-Museums.

 

Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum No.6 – José Noguero

19. Februar – 25. April 2010
Eröffnung: Donnerstag 18. Februar, 18 Uhr (Eintritt frei):

Künstlergespräch mit José Noguero und Dr. Marc Wellmann

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft von Spanien

José Noguero (*1969) José Noguero ist einer der bedeutendsten spanischen Künstler seiner Generation. Geboren 1969 in Barbastro, Huesca, studierte er von 1985 bis 1992 an der Escola Massana in Barcelona. Seit 1999 lebt und arbeitet Noguero in Berlin. Herausragende Ausstellungsprojekte der jüngsten Zeit waren unter anderem die Einzelausstellung “Escenografías" in der Fundació Sunol Barcelona 2008 oder die Beteiligung am XV. Rohkunstbau-Festival in der Potsdamer Villa Kellermann im selben Jahr.
Das plastische, fotografische und filmische Werk von José Noguero ist von einer narrativen Befragung des Begriffs "Raum" geprägt. Bekannt geworden ist der Künstler mit Bühnenräumen, die er in Kästen baute und abfotografierte und bei denen wenige Requisiten eine (absurde) Handlung suggerieren. Durch die existentielle Reduktion des Anwesenden bieten sich die sorgfältig ausgeleuchteten Szenografien als Metapher menschlicher Lebenswelten dar. Sein Interesse gilt der Durchdringung des Geistigen und Emotionalen mit dem gegenständlich Realen.
Für die Kunstkammer des Georg-Kolbe-Museums hat José Noguero eine Videoinstallation geschaffen, die von der leidenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Tradition figürlicher Bildhauerei getragen ist. Im Zentrum steht die von eigener Hand nachmodellierte Figur von Georg Kolbes "Tänzerinnenbrunnen" (1922) aus dem Garten des Museums, die er in mehreren kleinen Gipsgüssen reproduzierte. Deren Zerstörung im Akt eines inszenierten Falls auf eine Glasplatte verwandelt sich im Medium filmischer Choreografie in einem symbolisch aufgeladenen Zyklus aus Tod und Wiedergeburt.
(Marc Wellmann, 2010)

Samstag, 3. April 2010, 14.30 bis 17.00 Uhr
Modellierworkshop mit José Noguero für Jugendliche von 11 bis 15 Jahren
Anmeldung und weitere Informationen:
kunstvermittlung@georg-kolbe-museum.de

Webseite des Künstlers:
www.josenoguero.com

PRESSESTIMMEN
Tagesspiegel
"Mein KUNSTSTÜCK: Die weiße Dame stürzt. Langsam, unerträglich langsam fliegt sie auf uns zu, nähert sich der Glasplatte, die den steril anmutenden Raum begrenzt. Noch ein paar Millimeter, dann wird die Figur auf dem harten Boden aufschlagen... " (Annabelle Seubert)
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MONOPOL
"Der spanische Bildhauer José Noguero (*1969) lebt und arbeitet seit 1999 in Berlin. In leidenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Werk Georg Kolbes hat er speziell für die Kunstkammer eine Videoinstallation geschaffen, in deren Zentrum die von eigener Hand nachmodellierte Figur des Tänzerinnenbrunnens (1922) aus dem Garten des Museums steht.
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