Ausstellung
Die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum
Im Untergeschoss des Museumsneubaus befindet sich ein ungewöhnlich proportionierter Raum mit einer Grundfläche von etwa acht Quadratmetern und einer lichten Höhe von über vier Metern. Er wird von einer Plexiglashaube abgeschlossen, die der Lüftung im Brandfall dient. Von den Architekten des Gebäudes wurde er wegen seiner Höhe und der kuppelartigen Decke „Moschee“ getauft. Ursprünglich war er als Abstellraum konzipiert, gesichert mit einer verschließbaren Stahltür. Seit der Eröffnung des Neubaus stellte dieser Raum eine stete Herausforderung für die Ausstellungsgestaltung im Untergeschoss dar. Ohne direkten Bezug zu dem Hauptsaal blieb er in den meisten Fällen ein kommentarbedürftiger Appendix. Die starke Autonomie dieses kleinen Raumes ermöglicht eine separate Bespielung. Hier wurde im Januar 2009 ein neues Ausstellungssegment unter dem Titel „Die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum“ eröffnet.„Die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum“ ist ein Projektraum für zeitgenössische Künstler. Parallel zu den laufenden Ausstellungen im Rest des Hauses werden dort aktuelle bildhauerische Positionen gezeigt, um den Skulpturbegriff in seine Vielfalt und Aktualität zu behandeln. Tradition und Gegenwart befinden dadurch sich im Georg-Kolbe-Museum in unmittelbarer Nachbarschaft. Auf dem Dialog und der Verschränkung beider Bereiche spiegelt die Neuausrichtung des aktuellen Ausstellungsprogramms des Georg-Kolbe-Museums.
Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum No. 7 – Antje Blumenstein
30. April – 26. Juni 2010
Eröffnung: Donnerstag, 29. April, 18 Uhr (Eintritt frei)
Künstlergespräch zwischen Antje Blumenstein und Dr. Marc Wellmann, Ausstellungsleiter des Georg-Kolbe-Museums
Die opulenten, farbintensive Skulpturen von Antje Blumenstein (*1967) bestehen aus preiswerten Baumarkt-Materialien wie MDF, Styropor, PU-Schaum oder PE-Folie und werden von der Künstlerin zum Teil akribisch mit Pailletten, Glasperlen und gemusterten Bordüren verziert. Die grelle, sich am Rand des Kitsch bewegende Ornamentik ihrer Arbeiten widersteht einfachen Zuordnungsmechanismen. Beim ironisch gebrochenen Zitat klassischer Denkmals- und Sockelformen geht es um die Hinterfragung der eigenen kulturellen Prägung.


