Ausstellung

 

Manfred Hamm
Ateliers, Portraits, Depots – Berliner Photographien 1972 – 2008

Eröffnung: Sonntag, 22. November 2009, 11:30 Uhr

22. November 2009 – 17. Januar 2010

Öffentliche Führungen, jeden Sonntag 14 Uhr

Kuratorenführung durch die Ausstellung am 5. Dezember 2009 (zusammen mit Manfred Hamm) und am 9. Januar 2010, jeweils um 16 Uhr


Der Berliner Fotograf Manfred Hamm (*1944) wird weltweit geschätzt wegen seiner Aufnahmen von menschenleeren Architekturen (Bahnhöfe, Markthallen, Theatersäle, Bibliotheken, Zechen, Börsen). Die detailgenauen Fotos – aufgenommen mit einer großen Plattenkamera und ohne künstliches Licht – bestechen durch ihre würdevolle Aura, die die zum Teil im Verschwinden begriffenen oder umgewidmeten Räume als imposante Stätten einer historisch gewordenen Kultur archiviert. In über zwanzig Fotobüchern sind Hamms Werke bereits publiziert worden, dessen Handabzüge in Galerien und auf Fotoauktionen gehandelt werden und der in zahlreichen internationalen Sammlungen und Museen vertreten ist.
Weniger bekannt sind Manfred Hamms eindringlichen Porträts von Künstlerfreunden, die er vor allem in den 1980er und 1990er aufnahm und die nun im gesamten Neubau des Georg-Kolbe-Museums gezeigt werden. Zu den Porträtierten zählen Protagonisten der Berliner Kunstszene wie Rainer Fetting, Fred Thieler, Ben Wargin, Johannes Grützke, Volker Stelzmann und Rolf Szymanski, die Hamm vor allem in ihren Ateliers begegnete. In den behutsam inszenierten Porträtbildern scheint die Zeit stillzustehen. Es sind Dokumente eines privaten Blickwinkels, der sich bei einigen der Porträtierten in über mehrere Jahre entstandenen Serien niedergeschlagen hat.
Zusammen mit den Porträts werden Aufnahmen von Museumsdepots ausgestellt, in denen Hamms anhaltende Faszination für Räume als Erinnerungsspeicher sichtbar wird. In der berückenden Stille seiner Kompositionen verwandeln sich die Kunstlager zu Schauplätzen einer eigentümlichen Beseelung der Objekte.

 

 

PRESSESTIMMEN

 

Tagesspiegel
“ Masken und Modelle. Ob skulpturale Mutanten von Nadine Rennert, zeitgenössische "Tierperspektiven" oder "Romantische Maschinen": Junge Bildhauer und Installationskünstler haben 2009 im Ausstellungsfokus des Kolbe-Museums gestanden. So soll es auch sein, weil sich der 1947 verstorbene Kolbe die Förderung neuer Talente ausdrücklich gewünscht hatte. Jetzt, zum 60. Jubiläum des Hauses, steht der Hausherr wieder selbst auf dem Programm ­ mit der Ausstellung “Atelier Georg Kolbe, Werkstatt und Wohnung³ und zwei ergänzenden Ausstellungen.” (Jens Hinrichsen)
Tagesspiegel, 24.12.2009

Tagesspiegel
“Künstler-Oase. Die Zeit scheint still zu stehen im einstigen Atelier von Georg Kolbe, das heute als Museum dient. ... Es ist ein Glück, dass Georg Kolbe, bevor er 1947 starb, testamentarisch gesichert hat, dass seine Wirkungsstätte erhalten bleibt. Wenig später wurde eine nach ihm benannte Stiftung gegründet und 1950 das Museum in den Arbeits- und Wohnräumen des Bildhauers eröffnet. ... Ziel des Museums ist es, Georg Kolbes Werk zu bewahren. Aber wie wird man dem gerecht? Es geht nicht nur um die Begeisterung für seine Arbeiten, sondern auch um deren Veflechtung mit der künstlerischen Entwicklung vor und nach seiner Schaffenszeit.” (Christoph Stollowsky)
Tagesspiegel, 17.12.2009

tip
“Im ehemaligen Atelier lässt sich an Modellen die Arbeitsweise des Bildhauers verfolgen; ergänzt von einer kleinen Infoschau zum Thema Bronzeguss. Den Einblick in Kolbes Werkstatt setzen die Aufnahmen aus Museums-Depots und Künstlerateliers, die Manfred Hamm in beinahe 40 Jahren in Berlin mit seiner Plattenkamera gesammelt hat, fort. ... Dabei zeigen die Ausstellungen eine unerwartete Kontinuität zwischen den Atelieraufnahmen Kolbes und der achtziger-Jahre-Kunstszene Westberlins: Die Inszenierungsweisen des Schöpferischen ähnlen sich erstaunlich.” (Katrin Bettina-Müller)
tip Berlin, 17. 12. 2009

Märkische Oderzeitung
“Mag die harte Kubatur der Baukörper auch ans Bauhaus erinnern. Kolbe selbst nannte das Atelierhaus, welches er sich 1928/29 durch den Architekten Ernst Rentsch im Berliner Westend errichten ließ, nur seine ‘Burg’. ... Exakt 80 Jahre ist das nun her. Bis zu seinem Tod im Jahr 1947 wohnt Georg Kolbe in der Sensburger Allee 25/26. In seinem Testament verfügt er, das Atelierhaus solle danach in den Besitz einer Stiftung übergehen, die 1949 dann auch gegründet wird. Gleich zwei Jubiläen stehen im Jahr 2009 also an. Anlass genug für das Georg Kolbe Museum, mit einer Ausstellung das Atelier des bedeutendsten deutschen Bildhauers des beginnenden 20. Jahrhunderts zu rekonstruieren.” (Welf Grombacher)
Märkische Oderzeitung, 10. 12. 2009

Märkische Allgemeine
"Im Hauptraum des großen Bildhauerateliers wird der Versuch unternommen, mit Hilfe von historischen Fotografien eine Ateliersituation wie in Kolbes Zeiten zu rekonstruieren. Gipsmodelle der „Jungen Frau“ von 1926 stehen neben der sinnlichen „Niedersinkenden“ von 1927. Ein bewegliches Gerüst ist zu sehen, mit dem der Bildhauer seine Tonmodelle fixierte. Auf Tafeln werden Sandguss- sowie Wachsausschmelzverfahren kurz, aber anschaulich erläutert. Dass zeitgleich in einer zweiten Ausstellung im Haus der Berliner Fotograf Manfred Hamm heutige Künstlerateliers dokumentiert, spannt den Bogen auf wunderbare Weise in die Gegenwart.”
Märkische Allgemeine, 8. 12. 2009