Archivalien
Schriftlicher Nachlass Georg Kolbe
Der schriftliche Nachlass, der das künstlerische Werk Kolbes betrifft, befindet sich fast vollständig im Besitz der Georg-Kolbe-Stiftung. Nachlasslücken müssen weitestgehend als Verluste eingeschätzt werden. Der private Kolbe-Nachlass befindet sich bei der Erbin. Seit der Eröffnung des Georg-Kolbe-Museums im Jahr 1950 wurde der schriftliche Nachlass Kolbes vor allem durch Schenkungen ergänzt. Zahlreiche Anreicherungen wie Abschriften und Kopien von Autographen, die in Zusammenhang mit Kolbes Werk stehen, runden den Bestand ab.
Der echte Nachlass besteht hauptsächlich aus Briefen an Georg Kolbe, darunter zahlreiche Schreiben von herausragenden Persönlichkeiten, wie Ernst Barlach, Theobald von Bethmann-Hollweg, Erich Heckel, Karl von der Heydt, Annette Kolb, Richard von Kühlmann, Ludwig Mies van der Rohe, Hans Prinzhorn und Karl Schmidt-Rottluff. Diese Briefe decken Kolbes gesamte Wirkungszeit von 1897 bis 1947 ab. Besonders wertvoll sind die frühen Korrespondenzen mit den Freunden und Förderern Hermann Schmitt (tätig im sächsischen Kultusministerium) und Hans Albrecht Graf Harrach (Bildhauer), hier konnte durch Schenkungen der komplette Briefwechsel, so weit erhalten, zusammengetragen werden.
Von besonderer Bedeutung ist die historische Zeitungsausschnittsammlung, die bis zum Beginn der 20er Jahre lückenhaft, danach aber fast vollständig ist. Sie dokumentiert nicht nur die Rezeptionsgeschichte von Kolbes Werk. Weil der Künstler in vielen Gremien tätig war, befinden sich zahlreiche Artikel zu den diskutierten Kunstfragen jener Zeit im Archiv. Besonders interessant sind die Belege aus der Zeit des frühen Nationalsozialismus. Der Hauptteil der Ausschnittsammlung besteht aus Ausstellungsrezensionen, die die Rezeption von Kunstausstellungen in Deutschland vom Anfang der 20er bis zum Ende der 40er Jahre grundlegend widerspiegelt. Seit Kolbes Tod wird die Ausschnittsammlung bis heute weitergeführt.
