Ausstellung
David Nash - Holzskulpturen
Eine Ausstellung der Stiftung für Bildhauerei im
Georg-Kolbe-Museum
25. Januar - 21. März 2004
In
den vergangenen Jahrzehnten ist die Bildhauerkunst Großbritanniens von
kaum jemandem nachhaltiger geprägt worden als von David Nash. Der 1945
geborene Künstler zählt inzwischen zu den Klassikern der
zeitgenössischen Skulptur. Zahlreiche Einzelausstellungen in Europa,
den Vereinigten Staaten oder Ostasien haben seinen Namen zu einem
Begriff gemacht. Werke im öffentlichen Raum befinden sich in Belgien,
Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Japan, Niederlande,
Schottland, Vereinigten Staaten und Wales.
Wie wohl kein anderer
Bildhauer unserer Zeit hat sich David Nash der bildnerischen
Auseinandersetzung mit dem Holz verschrieben. Seit 1967 lebt er in der
rauen Gegend von Nord-Wales, wo neben Einzelskulpturen vor allem auch
Arbeiten für die Landschaft entstehen.
Für seine Skulpturen verwendet Nash die
unterschiedlichsten Holzarten, teilweise werden die Arbeiten dem Feuer
ausgesetzt und verkohlt. Holz ist für den Künstler kein
unveränderliches Material: In seinen Werken berücksichtigt er die
natürliche Form des Wachstums ebenso, wie er die Veränderungen des
Werkstoffes nach der Bearbeitung, das Reißen, Verbiegen und Verfärben,
als Bestandteil seiner Arbeit ansieht.
Nash sucht nach Formen, die allgemeinverständlich sind. Den
Ausgangspunkt bilden geometrische Elemente, wie Kubus, Pyramide und
Kugel, wobei das Einbeziehen von natürlichen Strukturen des Holzes auf
subtile Weise das geometrische Grundprinzip unterläuft. Mit
minimalistischen Eingriffen in den Werkstoff Holz gelingt es Nash, eine
Bildsprache von allgemeingültiger Zeichenhaftigkeit zu schaffen.
Die Ausstellung verfolgt den Weg des Künstlers über drei Jahrzehnte und
zeigt massive Holzskulpturen ebenso wie seine fragilen Kompositionen
aus Zweigen. An Hand der in enger Zusammenarbeit mit David Nash
ausgewählten Werke wird seine Auseinandersetzung mit Themen wie Natur,
Wachstum und Vergänglichkeit verdeutlicht. Das natürliche Material Holz
ermöglicht es dem Besucher, einen selten erlebbaren, direkten Zugang
zum Werk des Bildhauers zu finden.
Dem Künstler ist sehr an einer breiten Wirkung und einem hohen Maß an
Verständnis für seine Kunst gelegen. Die Konzeption der Ausstellung
verfolgt daher neben der kunsthistorisch fundierten Werkauswahl auch
das Ziel einer spielerischen Erfahrbarkeit der Skulpturen. Das
natürliche Material Holz bietet einen guten Einstieg, den Zusammenhang
von Kunst und Natur aufzuzeigen. In Zusammenarbeit mit dem
Museumspädagogischen Dienst Berlin und der Künstlerin Bettina Wagner
werden daher verschiedene Kinderkurse angeboten, in denen Kinder und
Jugendliche den künstlerischen Umgang mit dem Material Holz in der
Einheit von Kunst und Umwelt erfahren sollen. Der die Ausstellung
begleitende Katalog berücksichtigt in besonderem Maß diesen Aspekt der
Vermittelbarkeit an junge Besucher.
