Vorschau

Ausstellungen im 1. Halbjahr 2010

 

Michael Schoenholtz. In Maßen - Skulpturen und Zeichnungen

11. April – 13. Juni 2010
Eröffnung: Sonntag, 11. April 11.30 Uhr

Michael Schoenholtz (*1937 in Duisburg) gehört zu den prägendsten Bildhauern seiner Generation. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, lehrte er mehr als drei Jahrzehnte an der heutigen Universität der Künste, wo er auch 1963 sein Studium als Meisterschüler von L. G. Schrieber abschloss. Schoenholtz ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste und hat zahlreiche Werke für den öffentlichen Raum geschaffen, davon mehrere in Berlin. Zu seinen jüngsten herausragenden Projekten zählt die künstlerische Gestaltung der Krypta der Dresdner Frauenkirche.
Seine Arbeiten orientierten sich immer am menschlichen Körper, den er jedoch in der Tradition des figürlichen Fragments immer stärker zu blockhaften, architektonischen Formationen abstrahierte bis hin zur lakonischen Präsentation von Masse und Volumen im Raum. Im selben Zug konzentrierte sich Schoenholtz’ Schaffen sehr bald auf das Material Stein, dessen spröde Widerständigkeit seinem Streben nach einer zeitlosen künstlerischen Sprache entgegenkommt.
Die Ausstellung findet anlässlich der Publikation des umfangreichen Werkverzeichnisses von Michael Schoenholtz statt, das in einer zweibändigen Ausgabe bei der Edition Braus erschienen ist. Damit verbunden waren bereits Ausstellungen in den Städtischen Museen Heilbronn, dem Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg und dem Museum Morsbroich in Leverkusen.

 

Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum No. 7 – Antje Blumenstein

30. April – 26. Juni 2010
Eröffnung: Donnerstag, 29. April, 18 Uhr (Eintritt frei)

Künstlergespräch zwischen Antje Blumenstein und Dr. Marc Wellmann, Ausstellungsleiter des Georg-Kolbe-Museums

Die opulenten, farbintensive Skulpturen von Antje Blumenstein (*1967) bestehen aus preiswerten Baumarkt-Materialien wie MDF, Styropor, PU-Schaum oder PE-Folie und werden von der Künstlerin zum Teil akribisch mit Pailletten, Glasperlen und gemusterten Bordüren verziert. Die grelle, sich am Rand des Kitsch bewegende Ornamentik ihrer Arbeiten widersteht einfachen Zuordnungsmechanismen. Beim ironisch gebrochenen Zitat klassischer Denkmals- und Sockelformen geht es um die Hinterfragung der eigenen kulturellen Prägung.

 

1910 FIGUR 2010

20. Juni - 5. September 2010
Eröffnung: Samstag, 19. Juni, 18 Uhr

Die Ausstellung findet anlässlich des 60. Jubiläums des Georg-Kolbe-Museums statt, das am 12. Juni 1950 eröffnet wurde. In Überzeugung der anhaltenden Aktualität figürlicher Skulptur stellt die Ausstellung Werke aus der frühen Moderne mit zeitgenössischen Arbeiten gegenüber. Ein Spektrum von insgesamt mehr als zwanzig lebensgroßen Skulpturen macht die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten des plastischen Menschenbildes im zeitlichen Abstand eines Jahrhunderts greifbar.
Die Generation von Georg Kolbe stellte am Anfang des 20. Jahrhunderts das autonome Menschenbild ins Zentrum ihres Schaffens. Arbeiten, die um 1910 entstanden sind, zeigen die Spannweite neoklassizistischer, idealistischer und expressionistischer Gestaltung. Im Dialog dazu steht die aktuelle figürliche Bildhauerei aus der zweiten Hälfte der „Nuller Jahre“, deren konzeptionelle und materielle Vielfalt ausschnitthaft anhand nationaler sowie internationaler Positionen gezeigt wird.

 

Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum No. 8 – Venske & Spänle

02. Juli – 10. Oktober 2010
Eröffnung: Donnerstag 01. Juli 2010, 18 Uhr

Künstlergespräch zwischen Venske & Spänle und Dr. Marc Wellmann, Ausstellungsleiter des Georg-Kolbe-Museums

Das Künstlerpaar Julia Venske (*1971) und Gregor Spänle (*1969) bearbeit weißen Marmor zu abstrakten Gebilden, deren prall gespannte Außenhaut zunächst an einem amorphen Stoff aus der Plastikindustrie denken lässt. Erst beim Ertasten erfährt man die Kühle und Härte des althergebrachten Bildhauermaterials, das in einem aufwändigen Arbeitsprozess die Anmutung organischer Weichheit und Veränderlichkeit erhalten hat. In einer eigentümlichen formalen und ästhetischen Verschränkung aus Tradition und zeitgenössischer Materialerfahrung werden diese Objekte auch zu Akteuren filmischer Animationen von Venske & Spänle.

 

Venske & Spänle
Gumpfot Freund, 2008
Marmor, poliert, 60 x 60 x 145 cm
Courtesy Galerie Robert Drees, Hannover